Kein Kavaliersdelikt: Versicherungsbetrug

Kein Kavaliersdelikt: Versicherungsbetrug. Leider müssen Versicherer auf diesen Sachverhalt immer  wieder aufmerksam machen.  Warum ist das so?

Die Versichertengemeinschaft soll keinen Schaden nehmen

Unsere Kunden haben das Recht, ihre Schäden schnell, sauber und damit gut reguliert zu bekommen – was sie in der ganz überwiegenden Mehrzahl aller Fälle auch bestätigen.

Die Kunden müssen auch darauf vertrauen können, dass wir intensiv Versicherungsbetrug bekämpfen,  dass die Versichertengemeinschaft insgesamt keinen Schaden nimmt.

Versicherungsbetrug ist (Paragraph 263 StGB) eine Straftat. Unsere Pflicht nehmen wir ernst. Versicherungsbetrug – und sei er im Versuchsstadium stecken geblieben – ist eben kein Kavaliersdelikt.

Nicht jeder Schaden ist plausibel

Eine Untersuchung von 1.455 Schäden an Flachbild-TV vor einiger Zeit ergeben, dass bei jedem vierten Gerät, das dem Versicherer als beschädigt gemeldet worden war, erhebliche Ungereimtheiten auftauchten.

Bei der Überprüfung konnte festgestellt werden, dass sich der Schaden nicht so ereignet haben konnte, wie er vom Anspruchsteller geschildert wurde. Hier wurde möglicherweise versucht, einen nicht versicherten Schaden zum Versicherungsfall zu machen, um eine Entschädigungsleistung zu ergaunern.

Ähnliche Phänomene beobachten wir beim Fahrraddiebstahl. Manchmal werden dann Fahrräder als gestohlen gemeldet, die der Versicherte nie besessen hat. Oder bei der Schadenmeldung wird beim Wert des Fahrrades ein bisschen nachgelegt.

Die fünf dümmsten Versicherungsbetrüger

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) hat zum Thema Versicherungsbetrug ein  Video produziert, was auf unterhaltsame Weise das ernste Thema aufgearbeitet hat.

Natürlich wurde für den kurzen Comic-Streifen Handlung und Personen so verändert, dass man sie nicht mehr wiedererkennt. Dennoch hat es derartige Fälle gegeben und gibt es immer wieder, wie es in einer Beschreibung vom GDV dazu heisst.

Das Video gibt natürlich keine Anleitung zum Versicherungs-betrug. Die Botschaft ist vielmehr, dass wir die Tricks der Betrüger meist schon längst kennen – der Versuch also zwecklos ist.

Versicherungsbetrug gehört auch zur schwerwiegenden Kriminalität, wie erst jüngst ein Fall zeigte, über den auch der Branchenverband informierte. „Versicherungsbetrug gehört mittlerweile zum Instrumentenkasten des organisierten Verbrechens“, sagt Kurt Werling, Fachanwalt für Versicherungsrecht aus Ludwigshafen.

Das illustriert ein Beispiel aus der Gastronomie: Erst brennt die Pizzeria und nur gut eine Woche später wird dort auch noch eingebrochen. Das klingt nach einer echten Pechsträhne für den Besitzer – zumal ihm nur vier Jahre zuvor beides schon einmal widerfahren war. Doch das Unglück hat Methode: Brand und Einbruch sind fingiert oder wurden vorsätzlich herbeigeführt, die Versicherung soll dann für den Schaden zahlen, während vor den Auftragstaten die Wertsachen längst in Sicherheit gebracht wurden.

Durch Versicherungsbetrug entsteht den deutschen Versicherern jedes Jahr ein Schaden von schätzungsweise bis zu 5 Mrd. Euro. Die Masse entfällt auf alltägliche, unscheinbare Betrügereien im privaten Bereich. Und auf diese achten wir.

(Der Beitrag wurde mit Daten,Fakten und Zitaten des GDV aus 2017/2018 erstellt. Foto: AdobeStock_79085139)