Wohnungsbrand

Wohnungsbrand: In fünf Minuten steht das Zimmer in Flammen

Die Warnung der Feuerwehr ist deutlich: In fünf Minuten steht das Zimmer in Flammen. Es geht um Brände in der Advents- und Weihnachtszeit. Ein unbeobachteter Augenblick genügt und flackernde oder niedergebrannte  Kerzen können schnell zu einem Wohnungsbrand führen.

Empfehlungen der Feuerwehr zur Brandvermeidung

Die Feuerwehren empfehlen aus der Erfahrung von vielen Bränden in der Advents- und Weihnachtszeit komplett auf elektrische Lichterketten für den Weihnachtsbaum zu setzen. So verloren 2016 in Niederösterreich zwölf Menschen ihr Leben bei Bränden, fünf davon starben während der Adventzeit in Folge eines Brandes an Rauchgasvergiftung.

Auch in Deutschland ist die Anzahl der Brände in den letzten Wochen des Jahres enorm hoch. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden 2013  rund 11.000 Advents- und Weihnachtsbrände registriert. Insgesamt zahlten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer knapp 29 Millionen Euro.

Zu den Tipps der Profis gehört es auch die brennenden Kerzen niemals auch nur für Minuten oder Sekunden allein im Zimmer zu lassen. Allein schon der Windzug einer sich öffnenden oder schließenden Tür kann die Flamme von der Kerze auf den Schmuck des Adventskranzes oder sogar auf den kompletten Weihnachtsbaum übergehen lassen.

Bei einer Vorführung auf einem Feuerwehrgelände im Bezirk Mitte wurde demonstriert, wie schnell ein verheerender Wohnungsbrand entstehen kann. Habe es einmal begonnen zu brennen, könne ein Zimmer innerhalb von fünf Minuten komplett in Brand stehen, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr.

Besondere Vorsicht mit Kindern und Haustieren

Wer nicht auf elektrische Kerzen ausweichen will, sollte den Adventskranz oder Weihnachtsbaum  nie unbeaufsichtigt lassen. Dies gelte besonders wenn Haustiere oder kleine Kinder im Haushalt seien, betonte der Sprecher der Berliner Feuerwehr. Kommen elektrische Kerzen zum Einsatz, dann sollten diese  immer die Kennzeichnung „CE“ haben. Zusätzlich sollten die Ketten das Siegel „GS“ für „geprüfte Sicherheit“ tragen.

Wenn der Adventskranz schon mit echten Kerzen geschmückt werden soll, dann empfiehlt es sich diesen auf eine feuerfeste Unterlage zu stellen. Und wer seinen Weihnachtsbaum mit echten Kerzen schmückt, sollte die Kerzen immer so auf den Zweigen anbringen, dass die Flamme keine darüber liegenden Zweige entzünden kann. Vor allem ausgetrocknete Zweige brennen leicht. Genügend Abstand des Weihnachtsbaums zu Vorhängen oder Möbeln ist ebenfalls wichtig

Wassereimer oder nasse Tücher als Vorsichtsmaßnahme

In diesem Jahr haben viele Weihnachtsbäume durch den trockenen Sommer eine geringeren Feuchtigkeitsgehalt. Diesem kann man mit einem hochwertigen Weihnachtsbaumständer inklusive eines Wasserreservoirs vorbeugen. Diese Wasserschale sollte regelmäßig aufgefüllt werden, damit der Baum nicht austrocknet. Außerdem sollte der Baum erst kurz vor dem Fest aufgestellt werden.

Sollte es trotzdem zu einem Ernstfall kommen, ist es sinnvoll einen Eimer Wasser oder eine Blumenspritze zur Hand zu haben. Fängt der Baum Feuer, dann kann man so kleine Brandherde schnell löschen. Experten machen aber auch darauf aufmerksam, dass beim Brand des ganzen Weihnachtsbaums Wasser nur noch wenig ausrichten kann. Hier hilft dann nur noch ein Feuerlöscher. Außerdem  sollte unverzüglich der Notruf (112) abgesetzt werden.

Rauchmelder sind Lebensretter

Jährlich kommen bis zu 500 Menschen durch einen Wohnungsbrand ums Leben. Vor allem nachts sind diese Brände besonders tückisch, weil dann auch der menschliche Geruchssinn schläft. Die tödlichen Rauchgase werden im Schlaf nicht wahrgenommen, die Opfer werden bewusstlos und ersticken, wie es in einer Information des GDV heißt.

Rauchmelder sind der beste Lebensretter in der Wohnung. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt auch im Schlaf rechtzeitig vor der Brandgefahr und gibt Ihnen den nötigen Vorsprung, sich in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu alarmieren.

Rauchmelder, die kleinen Geräte an der Decke, können vor allem bei Bränden in der Nacht Leben retten. Deshalb gibt es in fast allen Bundesländern eine gesetzliche Pflicht für Rauchmelder. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Rauchmelderpflicht sowie Tipps für die Installation wurden durch den GDV hier zusammengestellt.

(Foto: Shutterstock, 741351577)